Gelesen | Irena Brignull: Die Prophezeiung der Hawkweed

Mittwoch, 12. April 2017


Sauerländer (2017) | Hardcover | 400 Seiten | 17,99€ | Hawkweed | Leseprobe? Hier entlang!

Zwei Mädchen. Zwei Welten. Eine Prophezeiung. Ember und Poppy kommen in derselben finsteren Gewitternacht in weit voneinander entfernten Teilen des Landes zur Welt. Durch einen mächtigen Fluch werden sie noch in der Sekunde ihrer Geburt vertauscht. So wächst das Mädchen Ember in einem Clan von Hexen auf. Und Poppy, die Hexe, in einer Kleinstadt in England. Immer und überall spüren die beiden, dass sie anders sind und nicht dazugehören. Doch von der uralten Prophezeiung, die ihr Schicksal bestimmt, ahnen sie nichts. Erst als sie sich eines Tages gegenüberstehen, wissen sie, dass es einen Ort geben muss, an dem sie glücklich sind. Und dass es höchste Zeit ist, für dieses Glück zu kämpfen. 


BUCHGEDANKEN

Poppy, eine junge Hexe, und Ember, ein ganz normales Mädchen, werden in der Stunde ihrer Geburt durch einen mächtigen Fluch vertauscht. Sie leben nun das Leben der jeweils anderen. Poppy passieren in der Welt der Menschen seltsame Dinge, Fensterscheiben zerspringen, Gegenstände fliegen durch die Luft, während Ember ein mangelndes Talent für die Hexenkunst zeigt. Die Idee von Irena Brignulls Debüt ist zauberhaft, doch gibt es so einige Aspekte, die entweder zu betont werden oder aber vollkommen in den Hintergrund geraten.

Die beiden Mädchen habe ich von Beginn an ins Herz geschlossen. Ember wirkt zwischen den Hexen so zart und zerbrechlich, Poppy zwischen den Menschen hart und ruppig. Beide sind auf ihre Weise stark, obwohl Poppy als zentrale Heldin, mehr einstecken muss als die eher behütete Ember. Und hier ist der erste Knackpunkt: Nachdem die beiden Mädchen aufeinander treffen und eine zarte Freundschaft aufbauen, betritt Leo die Bühne. Poppy verliebt sich in Leo, Ember verliebt sich in Leo und sogar Embers Cousine Sorrel verliebt sich in ihn. Im Verlauf der Handlung nimmt Leo eine tragende Rolle ein und drängt die eigentliche Thematik in den Hintergrund. Die Liebesgeschichte wird so zentral, dass sie die weiteren Ereignisse der Handlung bestimmt, die dann zwar in sich abgeschlossen war, aber nicht nach meinem Geschmack. Alles abseits davon - die Hexenwelt, Poppys Freundschaft zu Ember, die Prophezeiung - wird nebensächlich und driftet ins Stereotypische ab. Poppy ist ein durchweg gelungener Charakter, der mit den Seiten mehr an Tiefe gewinnt und weitere Facetten erhält. Die anderen Figuren fallen leider alle einfach über den Tellerrand. 

Etwas, das mir an Die Prophezeiung der Hawkweed besonders gefallen hat, ist die Ebene des Zwischenmenschlichen, die Gefühle, die sich zwischen den Zeilen aufbauen. Wie die Mädchen aufeinander treffen, wie sie miteinander umgehen und wie glücklich sie sind, dass sie einander haben, jemanden, der sie versteht und akzeptiert. Andererseits wird die zarte Freundschaft durch Leo auf eine Feuerprobe gestellt, wenn ein Gefühl in das Leben der Mädchen tritt, das sie bis dahin noch nicht kannten - Liebe mit allen ihren schönen und hässlichen Seiten. Das ist Irena Brignull wirklich gelungen. 

Aber wo ist die Hexenkunst und die Prophezeiung geblieben? Ich bin mir sicher, dass man im zweiten Band vollkommen in die Welt der Hexen eintaucht, und ich hätte es mir schon in diesem Band gewünscht, mehr darüber zu erfahren.

FAZIT

Die Geschichte um Ember und Poppy konnte mich ohne Frage mitnehmen und verzaubern. So wunderbar gestaltet und geschrieben die Liebesgeschichte und die Tatsache, wie viel Unheil eine Prophezeiung anrichten kann, auch war, so sehr hat mir doch die Hexenkunst und das Eintauchen in ihre Welt und Lebensweise gefehlt.


1 Kommentar :

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